Antares Erstflug – Eine Firma startet ins All

Heute vor einer Woche sollte er stattfinden, der Jungfernflug der Antares von der Orbital Sciences Corpoaration. Doch leider machte ein zu kurzes Verbindungskabel dem Flug einen Strich durch die Rechnung. Dann kam leider am Freitag und Samstag zu viel Wind auf, vor allem in den Höhen. Am Sonntag schließlich konnte die Antares endlich erfolgreich zum Jungfernflug starten. Und OSC in ein neues Kapitel der Firmengeschichte.OSC ist kein Unbekannter im Raumfahrtgeschäft. Von dem Rüstungs- und Raumfahrtkonzern kamen bereits Raketen wie die Pegasus, Minotaur oder Taurus sowie Satelliten und zwei Versuchsflugzeuge, die X-34 und X-43 (Screamjet). Jetzt kommt eine neue Rakete dazu – die Antares, welche bereits im nächsten Flug das Cygnus-Raumschiff zur ISS bringen soll. Es ist der Aufbruch in ein neues Kapitel der private Raumfahrt für die Firma und auch erstmalig eine Konkurenz für SpaceX, zumindest was den Transport von Fracht ins All angeht. Personen können damit jedoch nicht transportiert werden. Der Jungfernflug am Sonntagabend war dann ein Erfolg. Bereits der nächste Flug soll wie bereits gesagt die Cygnus zur ISS mit Ankopplung gehen. Diese mal war „nur“ ein Massensimulator aus Beton an Bord, mehrere Cubesats sowie jede Menge an Sensorik dabei. Die Rakete startet vom Wallops-Startkomplex, direkt am Meer in Virginia aus, wie ich finde deutlich schöner als das KSC. Wer den Flug mit deutschem Kommentar haben möchte, dem sei diese Liveaufzeichnung empfohlen: http://spacelivecast.de/2013/03/17-april-ab-2030-uhr-erst-start-antares/ Leider sieht man die Zündung und das Abheben aus den falschen Kamerawinkeln.

Die Antares ist in mehrerer Hinsicht besonders. Zunächst einmal gibt es die erste Stufe, die keine komplette Neuentwicklung ist, sondern auf die alte Technologie der sowjetischen N1-Mondrakete (die 4/4 Fehlstarts hatte) zurückgreift. Die Triebwerke, NK-33 genannt wurden überholt und wieder eingebaut. Sie werden nicht mehr Produziert, jedoch kann OSC mit den Lagerbeständen noch viele Flüge durchführen.
Die zweite Besonderheit ist die zweite Stufe, die den militärischen Castor 30A Feststoffantrieb nutzt. Es sind verkürzte Feststoffantriebe, die so gut wie gar nicht in zweiten Stufen vorkommen. Die dritte Stufe kann optional hinzugefügt werden, es stehen eine kleinere und eine größere Oberstufe zur Auswahl.
Hier noch einige technische Daten, welche ich von der Seite von Bernd Leitenberger habe:

Abmessung gesamt: 
40,50 m Höhe; 3,90 m Durchmesser

Startgewicht gesamt: 
281.700 kg

Nutzlast (max):
5.100 kg in einen 200 km-Orbit, 51,6 Grad (2 Stufen)
1.100 kg in eine Fluchtbahn (mit Star 48 Oberstufe)
1.800 kg in eine GTO-Bahn (mit Star 48 Oberstufe)

Länge:
Stufe 1: 27,60 m
Stufe 2: 3,50 m

Durchmesser:
Stufe 1: 3,90 m
Stufe 2: 2,35 m

Triebwerke:
Stufe 1: 2 × AJ26-62 (NK-33)
Stufe 2: 1 × Castor-30

Schub (max):
Stufe 1: 3.630 kN
Stufe 2: 395,7 kN

Brenndauer:
Stufe 1: 213 s
Stufe 2: 136 s

Treibstoff:
Stufe 1: LOX/Kerosin
Stufe 2: Feststoff (HTPB/Aluminium/Ammoniumperchlorat)

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