Buchrezension: Mary Roach – Was macht der Astronaut, wenn er mal muss?

Wie der Untertitel schon verrät ist es „Eine etwas andere Geschichte der Raumfahrt“. Und zwar wirklich eine andere! Mary Roach, eine amerikanische Autorin hat mal hinter die Kulissen der NASA geschaut und manch spannende, aber auch teils eklige Aspekte der Raumfahrt gefunden. Die deutsche Erstausgabe erschien 2012 bei Rowohlt.
Roach geht hier auf so ziemlich alle psychologischen und physiologischen Aspekte ein, die des öfteren aus guten Gründen von den Raumfahrtagenturen verschwiegen werden. Zunächst wird hier die japanische Astronautenauswahl vorgestellt, die in einer Isolationskammer u.a. Kraniche falten dürfen welche anschließend von Psychologen genauestens untersucht werden, um so Rückschlüsse auf den Charakter ziehen zu können. Auch wenn man etwas nicht aufisst oder das Besteck falsch hinlegt ist dies ein Zeichen für die Psychologen. Im zweiten Kapitel wird dann auf die psychologischen Aspekte einer Isolation eingegangen. Im dritten wird gefragt, ob das All irre machen kann, eine Befürchtung der ersten Raumfahrtmediziner. Anschließend wird auf den Aspekt der Schwerelosigkeit eingegangen, bei dem die Autorin auch von eigenen Erfahrungen während eines Parabelflugs berichtet. Außerdem erzählt sie von Leichen, die für Crashtests von Raumfahrzeugen gebraucht werden und den ersten Weltraumaffen. Weiter erzählt sie von einer Simulation einer Mondbasis. Das die Weltraumhygiene nicht besonders einfach ist, kann man gut glauben. Wie ekelhaft sie allerdings während der früheren Missionen war kann man hier erfahren. Weiter geht es mit dem Knochenschwund und Sex in der Schwerelosigkeit. Außerdem erläutert sie den Notausstieg aus großen Höhen, wo sie auf auf das RedBull-Stratos-Projekt eingeht. Etwas sehr komisches hat das nächste Kapitel, in dem es um die Ausscheidungen und deren Entsorgung in der Schwerelosigkeit geht. Hier lernt man Informationen, die man wirklich nicht gebraucht hätte. Naja man kann drüber lachen. Zuletzt geht es um die Testküchen für Weltraumessen der NASA sowie Ideen für einen Flug zum Mars, wie z.B. essbare Kleidung. Insgesamt lernt man hier sehr interessante Aspekte der Raumfahrt kennen. Über die Kapitel selber hinaus wird auf viele weitere Fakten, Hintergründe und Geschichten eingegangen, die sich lohnen. Besonders die Zusätze, welche oftmals am unteren Ende der Seite zu finden sind lohnen sich zu lesen. Insgesamt sehr humorvoll und auf jeden Fall lesenswert.  Wer sich jedoch das Bild der schönen Raumfahrt behalten möchte sollte sich nicht mit dem Buch beschäftigen. Wer allerdings spannende Hintergründe, sollten diese auch teils eklig sein, kennen lernen möchte und Interessantes erfahren will, dem empfehle ich herzlich das Buch.

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