Buchrezension-Zwei Mann im Mond

Wie aus zwei Rivalen im Weltall Freunde fürs Leben wurden ist die Unterüberschrift dieser Doppelbiografie von David Scott und Alexei Leonow. Sie erzählen jeweils ihr Leben und die Arbeit als Astronaut mitten in der heißesten Phase des Wettlauf ins All. Während sie sich anfangs noch skeptisch gegenüberstanden wurden später Freunde aus ihnen. Eine tolle Biographie, die Einblicke in die Denkweise und Selbstverständlichkeiten der Systeme gibt. Die Biographien erzählen die Geschichte der Astronauten. Leonow wurde in Sibiren geboren und musste in der Kindheit wegziehen. Nach der Schule überlegte er sich Kunst zu studieren. Da dies allerdings zu teuer war wurde er Kampfpilot. Schließlich wurde er ins erste Kosmonautenteam aufgenommen und konnte gleich bei seinem ersten Weltraumflug, dem von Woschod 2 als erster Mensch einen Weltraumspaziergang durchführen. Danach gab es für ihn eine Reihe von niederschlagenden Ereignissen, so z.B. das Einstellen des Mondlandeprogramms der Russen. Auch kam er mehrmals nur knapp und durch Zufälle mit dem Leben davon. Das Highlight ist die Sojus 19 Mission, auch bekannt als ASTP (Apollo-Sojus-Test-Projekt) der ersten gemeinsamen Mission von Amerikanern und Russen im All. Während den Vorbereitungen lernte er David Scott kennen. Sein Vater war schon Pilot und er wurde über eine Aubildung in Westpoint zum Testpiloten und schließlich Astronaut der zweiten Generation. Er flog bei Gemini 8 mit, wobei er in eine lebensgefährliche Situation geriet als die Kapsel sich unkontrolliert zu überschlagen begann. Auch war er bei Apollo 9, dem Test der Mondfähre in der Erdumlaufbahn und Apollo 15, der ersten mehrtägigen Wissenschaftsmission dabei, zuletzt als Commander.
Was im Buch besonders hervorkommt ist das sehr unterschiedliche Denken der zwei Astronauten, ihr Glaube an das bessere System und das Misstrauen gegenüber. Es ist erstaunlich, wie sehr sich doch das Denken verfestigt hat. Trotzdem schafften sie es die Zweifel zu überwinden und Freunde zu werden.
Das Buch ist abwechselnd mit Ausschnitten der Biographien gespickt, sodass diese einigermaßen zeitlich zusammenpassen. Interessant sind die Sichtweisen aber die teils sehr erstaunliche Werdegänge der Astronauten. Schließlich werden die Missionen beschrieben, bei denen es zu mehr gefährlichen Situationen kam als allgemein bekannt. Insbesondere die Beschreibung der Arbeit auf dem Mond und des ersten Weltraumspaziergangs sind faszinierend und interessant. Während der Anteil zu Beginn noch ausgeglichen ist wird während des Apollo-Programms Scotts Anteil deutlich größer. Aber Leonow kann auch nicht wirklich viel erzählen, da Missionen und schließlich das ganze Mondprogramm nicht starteten. Etwas stockend scheint mir die Freundschaft zwischen Scott und Leonow zu sein. Das tut aber dem Lesefluss keinen Abbruch. Insgesamt ein interessantes Buch, das sich zu lesen lohnt, sofern man Autobiographien mag.

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