Die schwarze Woche der NASA – Teil 1

Als ich in meinen Kalender gesehen habe, in dem alle wichtigen Raumfahrtereignisse der NASA dokumentiert sind ist mir etwas sehr trauriges aufgefallen. Alle drei Raumfahrtunglücke der NASA haben ihren Jahrestag innerhalb von sechs Tagen, vom 27. Januar bis zum 01. Februar.

27.01.1967 Apollo 1 – Während einer Simulation am Boden bricht ein Feuer  aus. Edward H. White, Virgil I. Grissom und Roger B. Chaffee kamen dabei um.
28.01.1986 STS-51-L – Die „Challenger“ explodierte 73 Sekunden nach dem Start
Francis Scobee, Michael Smith, Judith Resnik, Ellison Onizuka, Ronald McNair, Gregory Jarvis und Christa McAuliffe starben dabei.
01.02.2003 STS 107 – Die „Columbia“ verglühte beim Wiedereintritt in die Atmosphäre.
Rick Husband, William McCool, Michael Anderson, Kalpana Chawla, David Brown, Laurel Clark, Ilan Ramon verloren dabei ihr Leben.
Im ersten Teil möchte ich mich mit Apollo 1 und STS 51-L beschäftigen

Apollo 1 – 27. Januar 1967
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Gestern vor 46 Jahren – Apollo 1     Quelle: NASA

Apollo 1, welches zunächst AS – 204 (Apollo Saturn) hieß sollte die erste bemannte Mission des neuen Raumschiffes werden. Dafür wurde routinemäßig eine Startsimulation durchgeführt, welche allerdings alles andere als gut ablief. Die Luft hatte einen „säuerlichen Geschmack“ so Grissom, die Kommunikation über Funk tat nicht richtig, sodass es schließlich zu einem Stopp des Countdown kam. Der Test hatte bereits fünf Stunden gedauert, als Chaffee Feuer an Bord meldete. Die Astronauten versuchten die Luke von innen zu öffnen, was ihnen nicht gelang. Sie erstickten vermutlich 30 Sekunden nach Ausbruch des Feuers. Als Folge des Feuers, stieg der Sauerstoffverbrauch stark an und das Lebenserhaltungssystem führte mehr Sauerstoff ein, was einen hohen Druck erzeugte. Dadurch ließ sich die Tür erst recht nicht öffnen, da sie nun gegen den Innendruck geöffnet hätte werden müssen. Durch den hohen Druck explodierte nach 15 Sekunden schließlich die Kapsel. Bis dem Team des Turms es nach fünf Minuten durch Rauch und Hitze die Kapsel endlich zu öffnen, war das Feuer ausgebrannt und die Innenseite bot einen schrecklichen Anblick. Die Astronauten waren tot.
Danach wurde eine Untersuchung eingeleitet, welche die vermutliche Ursache herausfand. North American hatte die NASA mehrmals gewarnt, Tests mit einer höheren reinen Sauerstoffathmosphäre zu machen als vorgesehen. Der Grund für das Feuer war eine Kabelisolierung wurde im Laufe der Zeit abgerieben, sodass das Kabel frei war. Als nun Strom drauf kam bildete sich ein Lichtbogen, welcher das Nylon und die vielen anderen entflammbaren Materialien leicht entzündete. In der reinen Sauerstoffatmosphäre breitete es sich rasend schnell aus. Als Folge wurden viele Veränderungen getroffen, wie z.B. eine Stickstoff-Sauerstoff-Atmosphäre beim Start, ein neuer Raumanzug sowie eine einfach zu öffnende Luke eingebaut. Die Kapsel von North-American Aviation wurde komplett überholt, fast alles brennbare entfernt. Zudem wurde nun deutlich mehr auf die Sicherheit geachtet, die unter dem Zeitdruck zu kurz gekommen war. Ein Steckschlüssel wurde z.B. in der Kapsel gefunden, obwohl er da nicht hingehörte. Das Mondprogramm wurde weit zurückgeworfen und stand zeitweise auf der Kippe. Letztendlich aber wurde es fortgeführt.

STS-51-L 28. Januar 1986
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Heute vor 27 Jahren                                                  Quelle: NASA

Als die Challenger abhob freuten sich alle auf eine tolle Mission, bei der u.a. die Grundschullehrerin Christa McAuliffe mitflog, welche aus einem Programm der NASA ausgewählt wurde und deren Schüler und Eltern ebenfalls beim Start dabei wahren. Wie man Videos später entnehmen konnte wurde eine schwarze Rauchwolke aus einem Booster seitlich ausgestoßen. 73 Sekunden später Explodierte plötzlich das Raumschiff, wobei die Challenger in Stücke zerrissen wurde, die Crew-Kabine jedoch anscheinend intakt blieb. Später fand man heraus, dass die Notfallsauerstoffversorgung teils aktiviert wurden. Es könnte sein, dass die Astronauten erst beim Aufprall auf den Ozean gestorben sind.  Man sah einen Feststoffbooster noch weg fliegen und viele Trümmerteile herunter fliegen.

Was war geschehen? In der Nacht zuvor war es sehr kalt gewesen, was zur Folge hatte, dass die Dichtungsringe, welche die einzelnen Segmente der Booster abdichten nicht mehr elastisch genug waren. Als das Shuttle startete, traten heiße Gaße aus, welche die dunkel Rauchwolke beim Start verursachten. Roger Boisjoly, ein Ingenieur von Morton Thiokol welche die Booster fertigten hatte bereits bei einer vorherigen Mission die defekten Dichtungsringe entdeckt. Er warnte daraufhin seine Chef´s. Jedoch hatte das Management beschlossen trotzdem zu starten. Boisjoly erwartete eine Explosion bereits bei Start, die jedoch ausblieb, da sich vermutlich Schlacke festgesetzt hatte und das Segment so abdichtete. Doch in gewisser Höhe waren bereits am Morgen des Starts starke Scherwinde gemeldet, trotzdem wurde gestartet. Als das Shuttle nun in diese eintrat, wurde es durchgeschüttelt und die Schlacke löste sich vermutlich. Eine Stichflamme trat aus, welche die Boosterhalterung beschädigte. Der Booster kippte in den Außentank des Shuttle. Als sich die Treibstoffe vermischten und es die Funken vom Booster gab entzündete sich das Gemisch aus Wasserstoff und Sauerstoff und zerriss das Schiff.
Zwei Jahre startete kein Space Shuttle mehr und auch nun wurden neue Sicherheitsbedingungen eingeführt. Es blieb dann aber bis zum Columbia-Unglück, welches ich am Freitag thematisieren werde.
Zusammen bleiben zwei schreckliche Unglücke in der Raumfahrt, zehn Tote die vielleicht durch das erhören von Warnungen noch am Leben wären.

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