Die schwarze Woche der NASA – Teil 2

STS 107 – Das Columbia-Unglück heute vor 10 Jahren

Ich kann mich noch relativ genau an die Schlagzeilen der Zeitungen erinnern, es war eine der ersten Nachrichten, die ich wirklich mitbekam. Heute vor 10 Jahren verglühte die Raumfähre Columbia beim Wiedereintritt über Amerika. Die Astronauten Rick Husband, William McCool, Michael Anderson, Kalpana Chawla, David Brown, Laurel Clark und Ilan Ramon, der erste israelische Astronaut kamen dabei um.
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Heute vor 10 Jahren – Das Columbia Unglück             Quelle: NASA

Die Mission
Columbia  startete am 16. Januar 2003 und hatte neben den sieben Astronauten ein Spacehab-Modul mit an Bord, in dem im Laufe der Mission zahlreiche Experimente durchgeführt werden sollten. Die Mission war ein voller Erfolg, alle Experimente wurden durchgeführt. Auch wurde ein Gedenkminute für die beim Challenger- und Apollo 1 -unglück umgekommenen eingelegt.

Der Wiedereintritt
Columbia bremste wie geplant ab und begann den Wiedereintritt. Während des Eintrittes meldeten mehrere Sensoren im linken Flügel anormale Werte und fielen kurz darauf aus. Auch der Reifendrucksensor. Als man dies dem Kommandanten mitteilte bestätigte er mit Roger, mitten im nächsten Wort brach die Funkverbindung ab. Man versuchte die Columbia zu erreichen, jedoch ohne eine Antwort zu erhalten. In diesen Momenten filmte Daniel McNew den Wiedereintritt und sah, wie das Shuttle zerbrach. Das Shuttle war über Texas auseinandergebrochen und abgestürzt, nur 16 Minuten vor der geplanten Landung.

Die Ursache
Nach dem Unglück wurde ein Untersuchungskommission eingesetzt und die Trümmerteile zusammengetragen. Man hatte bereits die Videos vom Start gesichtet, ein herunterfallendes Schaumstoffteil der Tankisolierung war auf die Hitzeschutzkacheln geflogen, was allerdings nicht als gefährlich gesehen wurde. Es stellte sich heraus, dass genau hier die Unfallursache lag. Das Schaumstoffteil hatte ein ca. 25cm großes Loch in die Kacheln der Kante gerissen. Als beim Wiedereintritt die heißen Gase durch das Loch in die Struktur des Flügels gelangten und diese langsam schmelzen ließen, brach der Flügel auseinander. Dies erklärte auch die Werte und Ausfälle der Sensoren. Dadurch verlor die Columbia ihre Flugstabilität und brach unter den aerodynamischen Belastungen auseinander. Da die Druckkammer kollabierte und keiner der Astronauten den vollständigen Anzug angezogen hatten (keine Handschuhe, Helm, kein Visier unten) starben sie an der Dekompression.

Die Folgen
Nach dem Columbia-Unglück gab es zunächst für zwei Jahre kein Start. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden erhöht, mehr Kameras, mit dem Candarm wurde die Unterseite genauestens untersucht und bei Anflügen auf die ISS wurde diese nochmals fotografiert. Die größte Folge jedoch ist, das das Space Shuttle Programm 2011 nach der Fertigstellung der ISS eingestellt wurde.

Detailliertere technische Beschreibung der Unfallursache: http://www.bernd-leitenberger.de/columbia-iss.shtml 

 

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