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Drei Monate auf der ISS – Mission Blue Dot

Alexander Gerst ist nun bereit seit knapp drei Monaten auf der ISS und hat damit die Hälfte seiner Mission geschafft. In dieser Zeit gab es bereits einige Ereignisse, vom Rauchalarm, über verschiedene Raumschiffe bis hin zu vielen Experimenten und einem Rekord.

Nach der Ankunft ging es relativ bald mit vielen Experimenten und Instandsetzungsarbeiten los. Eine der ersten Aufgaben bestand aus dem Putzen der Weltraumtoilette.  Gerst ist offiziell Bordingenieur auf der ISS, daher kümmert er sich um Instandsetzung und Reparaturen, besonders im europäischen Columbus-Modul. So musste auch bereits eine Wasserpumpe repariert werden.
Während seiner Mission erlebte Gerst bereits den Alarm eines Rauchsensors, was sich jedoch zum Glück als nicht weiter schlimm herausstellte. Ein Feuer auf der ISS wäre bedrohlich für die Besatzung.


Eine genauso wichtige Aufgabe ist die des Wissenschaftlers. Bereits zahlreiche Experimente, von der Hautüberwachung über Verbrennungsvorgänge, dem Vermessen von Strömungprozesse innerhalb der Erde bis hin zur Erforschung von Emulsionen. Zu den Experimenten auf der Mission und deren teils faszinierende Ergebnisse werde ich in einem extra Beitrag noch genauer eingehen. In der Expedition wurde ein Rekord aufgestellt, zum ersten mal wurde 82 Stunden in  einer Woche mit Experimenten verbracht.
Neben der Arbeit kommt auch der Spaß nicht zu kurz, so mussten sich seine US-Kollegen nach dem verlorenen WM-Spiel eine Glatze schneiden lassen. Auch auf der ISS konnten die Astronauten die WM am Laptop verfolgen.

Während der vergangenen Wochen kamen bereits drei Raumschiffe an der ISS an, dem zweiten Raumtransporter Cygnus Orbital-2 von Orbital Science sowie eine Progress. Der Cygnus-Transporter wird per Roboterarm eingefangen und auch wieder abgedockt. Bei den Manövern hat Gerst mitgearbeitet.

Ein weiteres Highlight war das Docking-Manöver des ATV-5 „George Lemaître“, welches am 12. August ankam. Gerst war hier als europäischer Astronaut für die Überwachung des Vorgangs zuständig. Im Notfall könnte er die Annäherung des ATV´s abbrechen. Wie auch bei den Flügen davor verlief alles gut.
Mit an Bord waren neben frischen Lebensmitteln auch neue Experimente, darunter das EML, ein Schmelzlabor. Zu den Aufgaben der Astronauten gehört natürlich auch das Auspacken und befüllen mit Abfall, der verglühen wird. Das ATV ist das letzte, welches gebaut wurde. Zu dessen Mission und die Zukunft in einem weiteren Beitrag mehr.

Während Alexander Gerst seiner Zeit auf der ISS gab es bereits einen Weltraumausstieg der Russen, bei dem einige Installationen und Reparaturen durchgeführt wurden. Am selben Tag wurden auch zwei CubeSats von der ISS aus ausgesetzt. Gerst selbst wird bei zwei Ausstiegen der Amerikaner in den kommenden Wochen dabei sein. Diese waren Ursprünglich für diese und kommende Woche geplant, jedoch wartet man noch auf die Lieferung neuer Langzeit-Batterien für die Raumanzüge mit dem nächsten Dragon-Raumschiff.

Neben seinen vielen Tätigkeiten als Astronaut ist Alexander Gerst nicht zuletzt auch Botschafter der Menschheit und Deutschlands im All. Daher gibt es viele Interviews mit Medien, Schülerexperimente oder Fragestunden mit Gruppen und auch auf Twitter und Facebook postet Alexander Gerst, wie Chris Hadfield, bei seiner Mission sehr fleißig faszinierende Bilder, wie eines der Alpen von oben.

In der kommenden zweiten Hälfte warten neben den Außenbordeinsätzen noch weitere spannende Experimente, ein Dragon-Raumschiff mit einem 3D-Drucker an Bord sowie viele weitere faszinierende Aussichten auf die Erde auf Alexander Gerst, bevor er am 10. November wieder zur Erde zurückkehren soll.

Bildquellen: NASA, ESA, Alexander Gerst

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