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Fehler bei Galileo gefunden

Nach dem Fehlschlag beim Start von Galileo Ende August wurde eine Untersuchungskommission eingesetzt, welche nun einen Monat später ihre Ergebnisse veröffentlicht hat. Der Fehler lag wie vermutet in der Oberstufe Fregat und ist kein Einzelfall.

Am Freitag, den 22. August startete um 14.27 Uhr (MESZ, 9.27 Uhr Ortszeit) von Kourou aus auf einer russischen Sojus-Rakete und wurden in einen falschen Orbit ausgesetzt. Geplant war ein zirkulärer MEO-Orbit in 23.522 km Höhe mit einer Inklination von 55,04°. Erreicht wurde hingegen ein elliptischer Orbit (Exzentrizität  0.23) 13721 x 25.917 km  mit einer Inklination von 49.7°.
Der Grund für den Fehleinschuss konnte nun zweifelsfrei in der Oberstufe gefunden werden.
Der Fehler für den Einschuss lag bei der Fehlleitung des Schubes während der zweiten Zündung. Dies lag wiederum an dem Verlust der Trägheitsnavigation der Stufe. Dieser lag an einem Fehler an zwei Lagekontrolldüsen. Diese wurden temporär unterbrochen, da das in ihnen befindliche Hydrazin eingefroren war. Die Kälte kam durch die daneben verlaufende kalte Heliumleitung über eine gemeinsamen Aufhängung. Diese fehlerhafte Verbindung resultierte aus einer Mehrdeutigkeit der Designvorschriften und Vernachlässigung beim Thermaldesing.
Somit wurde wohl die kalte Helium und die Hydrainleitung (Hydrazin hat eine Schmelztemperatur von 1,5°C) bei der Montage verbunden. Während der ballistischen Phase fror das Hydrazin ein und so fielen zwei Lagekontrolldüsen temporär aus. Dadurch war die Stufe bei der zweiten Antriebsphase nicht richtig ausgerichtet und in einen falschen Orbit geschossen.
Im Laufe der Untersuchung kam heraus, das dieser Fehler bei 25% aller Fregat-Oberstufen vorkommt. Jedoch hatte nur das spezielle Flugprofil der Galileo-Mission solch fatale Folgen.
Der Fehler lässt sich jedoch auch bei den bereits produzierten Stufen entfernen. Somit steht die Sojus für den nächsten Galileo-Flug, der für den Dezember geplant war bereit. Ob dieser jedoch stattfindet, ist wohl noch nicht klar.
Die Kommission geht inzwischen verschiedene Szenarien durch, um die Satelliten noch zu verwenden. So sind neben der Aufgabe eine Verwendung als Testsatelliten oder die Umprogrammierung und Eingliederung in das Netzwerk als voll funktionsfähige Teile eine Option. Die ESA untersucht währenddessen verschiedene mögliche Orbits, welche mit dem bordeigenen Antriebssystem erreicht werden können.

Ursprüngliche Meldung zum Start

ESA-Seite zu Galileo

Arianespace-Pressemeldung (EN/FR)

 

Bildquellen: ESA

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