Filmrezension: From the Earth to the Moon

Die Apollo-Missionen, der Flug von der Erde zum Mond sind das Thema dieser Serie. Das 12-teilige Werk beschäftigt sich aus den verschiedensten Perspektiven mit den 12 Apollo-Missionen der NASA im Spielfilm-Stil. Präsentiert wird das ganze vom Produzenten Tom Hanks, welcher Raumfahrt-Enthusiast ist und bereits bei Apollo 13 Jim Lovell gespielt hat. SAMSUNG Die Serie lief 1998 beim amerikanischen Pay-TV-Sender HBO und war auch in einer deutschen Ausgabe auf Premiere zu sehen. Die Produzenten Brian Grazer, Ron Howard und Tom Hanks waren schon bei dem Kinofilm Apollo 13 beteiligt, Michael Bostick kam noch dazu. Tom Hanks gibt vor jeder Episode eine Einführung. Jeder der 12 Teile ist von einem anderen Autor und Regisseur umgesetzt worden. Es werden dabei nicht jedes mal die Missionen vom Start bis zur Wasserung gezeigt sondern verschiedene Mission-Highlights beleuchtet. Zusammen erzählen sie die Geschichte von den ersten Planungen bis hin zum Ende der Apollo-Missionen mit Apollo 17 aus verschiedensten Perspektiven.

Episode 1: Zeigen wir´s ihnen
Beginnend mit dem ersten Flug des Menschen ins All, des Russen Juri Gagarin und der darauffolgenden Idee der Amerikanern zum Mond zu fliegen um sich zu revanchieren wird mit Alan Shepard´s sub-orbitalem Flug in die Geschichte der amerikanischen Raumfahrt eingeführt. Anschließend werden ein paar Gemini-Missionen gezeigt, vor allem der erste Ausstieg eines Amerikaners von Ed White und die beinahe-Katastrophe der Gemini 8 Mission. Abschließend wird die Planung der Apollo-Missionen gezeigt.

Episode 2: Apollo 1
Der Tiefpunkt der Apollo-Missionen, der Brand im Raumschiff bei Bodentest wobei die Crew starb und die folgenden Untersuchungen sind das Thema der zweiten Episode. Insbesondere wird hier die Sicht von Harrison Storms, dem North American Manager und Joseph Shea, dem Apollo Programm Manager gezeigt, welche sich gegenseitig die Schuld zuschoben. Die Untersuchung der Ursache einerseits sowie die Untersuchung des Kongresses andererseits werden gezeigt, die fast zum Ende des Programms geführt hätten.

Episode 3: Die Ruhe vor dem Sturm
Diese Episode ist aus der Sicht eines Dokumentationsteams dargestellt, das die Startvorbereitungen, die Astronauten sowie die verschiedensten Menschen, welche am Apollo-Programm beteiligt waren darstellt. So werden u.a. die Sicherheitstests, die Meteorologen und Günter Wendt vorgestellt. Am Ende startet Apollo 7 zum Test des Raumschiffes

Episode 4: Der Flug zum Mond
1968 war ein schreckliches Jahr für die USA, Vietnamkrieg, Mord an Luther King und Robert Kennedy. In dieser Zeit wird der erste Flug zum Mondflug geplant. Diese Episode wird aus der Sicht Frank Bormann´s gezeigt. Der Mondflug, die Reaktion der Familie und die Spannung, ob die Technik funktioniert werden hier gezeigt.

Episode 5: Wettlauf gegen die Zeit
Dies ist eine meiner Lieblingsepisoden. Sie erzählt die Entwicklung der Mondfähre aus der Sicht des Ingenieurs Thomas Kelly bei Grumman. Die vielen Ideen und Tests werden hier gezeigt, die letztendlich trotz Verzögerung zum fertigen Lunar Modul führten. Schließlich wurde sie in der Erdumlaufbahn getestet, was mit Apollo 9 geschah und abschließend mit Apollo 10 in der Mondumlaufbahn.

Episode 6: Ein gewaltiger Schritt für die Menschheit
Apollo 11, die Landung auf dem Mond ist das Thema dieses Teils, der anhand eines Interviews von Emmett Seaborn mit der Crew erläutert wird. Es werden die Vorbereitungen wie die Simulationen, die Klärung der Frage wer zuerst aussteigt gezeigt um dann die eigentliche Landung und der Ausstieg zu zeigen.

Episode 7: Ein bisschen Spaß muss sein
Wie der Titel schon verrät ist dies die lustigste Episode. Erzählt wird die Apollo 12 Mission aus Sicht des Neulings Alan Bean, dem auf der Mission einige Missgeschicke passieren. Hier wird während der Mission, wobei der Hauptteil auf der Landung und EVA liegt immer wieder zu Erinnerungen des LM-Piloten gesprungen. Insgesamt sehr unterhaltsam.

Episode 8: Der Tod reist mit
„Houston wir haben ein Problem!“ wohl jeder kennt den Satz, einige auch aus vielen Filmen, wie z.B. Apollo 13, wo Tom Hanks Jim Lovell spielte. Anders als in diesen vielen Filmen sieht man hier keine Bilder aus dem Schiff dazu, sondern die „blinde“ Sicht der Medien. Dies zieht sich durch die Episode durch, es wird die Geschichte Emmet Seaborn´s erzählt, wie er als Medienmann von Apollo 13 berichtet.

Episode 9: Golf auf dem Mond
Alan Shepard, der hier porträtiert wird hatte eine Erkrankung des Innenors, wodurch er nach seinem ersten Weltraumflug, dem ersten amerikanischem Überhaupt keine weiteren Missionen fliegen konnte. Nach einer erfolgreichen Operation eines Spezialisten jedoch, wurde er wieder flugtauglich und schließlich für Apollo 14 eingeteilt. Wie bei den Missionen davor, gab es auch hier Probleme, diesmal mit der Software. Trotzdem landeten sie und Shepard spielte Golf auf dem Mond.

Episode 10: Galilei hatte recht
Da die Astronauten unzufrieden mit der geologischen Ausbildung waren wurden sie von Harrison Schmidt´s Professor ausgebildet, was hier gezeigt wird. Professor Leon Silver unterrichtete die Astronauten in Feldgeologie. Gleichzeitig wurden vom Kongress mehrere Apollo-Missionen gestrichen. Apollo 15 fliegt nun zur ersten Langzeitmission auf den Mond und findet aufschlussreiche Gesteinsproben.

Episode 11: Der Preis des Ruhms
Bei allen Weltraummissionen stehen die Astronauten im Vordergrund. Diese Episode erzählt die Geschichte ihrer Frauen. Sie standen teils ebenfalls in der Öffentlichkeit und hatten hohen Druck auszuhalten um ihre Männer zu unterstützen. Manche Aussagen oder Entscheidungen konnten auch Auswirkungen auf die Flüge der Männer haben. Manche hielten dem Druck nicht stand, manche von ihnen hatten den Tod ihres Mannes zu beklagen.

Episode 12: Die letzte Reise zum Mond
Schon sehr früh träumte man von einer Reise zum Mond. Bereits 1902 wurde ein Film gedreht, welcher die Reise zum Mond darstellte. 70 Jahre später wurden live Bilder vom Mond gesendet. Während der Episode wird zwischen Apollo 17 und der Entstehung des Films gewechselt, umrahmt von einer Gesamtansicht über die Apollo Missionen. Harrison Schmidt war dabei der erste Geologe und Wissenschaftler, der den Mond betrat.

Zur DVD-Box: Die Box besteht aus 5 DVD´s auf denen die Filme und viel Bonusmaterial ist. Die Rückseite der DVD-Halter ist mit Info´s zu den Planeten und der Sonne unseres Systems bedruckt. Zudem liegt ein Booklet bei, in dem die Episoden kurz vorgestellt werden. Das ganze wird in einen passenden Schuber getan. Zur Ausstattung:
Laufzeit: 12 Episoden á ca. 55 min + ca. 100 min Bonus
Format: 4:3
Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
Untertitel: Deutsch

Die Extras sind sehr ausführlich, u.a. ein Making-of, Special-Effects Featurette, TV-Spots, Infos zu Sonnensystem, Erde und Mond, Apollomissionen, vom deutschen Partner DLR eine Einsicht in die Arbeit, Bilder aus dem Weltall und ein Interview mit Sigmund Jähn!

Zusammenfassen ist hier ein gelungenes Portrait der Apollo-Missionen, das fast komplett auf Originalaufnahmen verzichtet, dafür aber tolle Spielfilm-Szenen einsetzt, die realistisch wirken. Man lernt die Missionen, vor allem die späteren kennen und erfährt, dass nicht immer alles so gut glatt läuft wie man denkt. Meine Lieblingsepisoden sind 5,7 und 10. Die Specials sind sehr Ausführlich und interessant. Insgesamt sehr toll!

Kauftipp: Die Box gibt´s bei Amazon und im normalen Handel wohl nicht mehr, ich hab sie hier für 50€ bestellt: http://www.spacebooks-etc.de/index.html?videos_dvds_dvds.htm, zu finden recht weit unten (Suchfunktion benutzen).

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