Orion – Ein Meilenstein der internationalen Zusammenarbeit

Als am 17. Januar 2013 die Pressekonferenz in Houston, Texas u.a. mit Thomas Reiter startete wusste bereits jeder um was es geht, Europa baut am amerikanischen Raumschiff Orion mit, welches 2017 erstmals um den Mond fliegen soll. Bereits auf der Ministerratskonferenz der EU im November 2012 hatte man das entsprechende Geld dafür freigegeben. Es soll eine materielle Bezahlung für bemannte Flüge zur ISS nach 2017 sein, da das ATV, die bisherige „Bezahlung“ 2015 seinen letzten Flug haben wird.719725main_011613_mg3_Orion-SM_labels_emphasis
Quelle: NASA

Konkret wird Europa das Servicemodul (im Bild der weiße Teil) , bisher eintwickelt vom amerikanischen Konzern Lockheed Martin, entwickeln und mindestens zweimal an die NASA liefern. Es beherbergt das Antriebsmodul, wobei das Triebwerk das eines der Shuttles sein soll, sowie die Lebenserhaltunssysteme und die Stromversorgung und wird daher unabdingbar sein für die Mission. Zum ersten Mal sind wir an missionskritischen Elementen eines zukünftigen Raumschiffes der Nasa, der Steuerung und dem Antrieb, beteiligt“, so Johann-Dietrich Wörner, Chef des DLR.
Das Modul soll auf der Grundlage des ATV, dem unbemannten Raumtransporter gebaut werden und bis 2017 geliefert werden. Dann wird es einen erste unbemannten, vollständigen Test bei einem Flug um den Mond geben, der sog. Expolarion Mission 1 (EM-1). Dabei wird auch mit der höchsten Geschwindigkeit bisher in die Atmosphäre eingetreten, etwa 11 km/s. Es soll auch eine amerikanische neue Rakete, die SLS dafür entwickelt werden. 2021 sollen dann erstmalls bemannte Missionen geflogen werden. Die geschätzen Kosten liegen bei 450 Millionen Euro.
Orion_fullwidthm
Quelle: ESA

Doch Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), meint: „Ich fürchte, dass wir das ein- oder zweimal bauen, und dass dann für uns Schluss ist.“
Thomas Reiter sieht das positiver: „Für uns könnte die erstmalige Beteiligung am Bau eines Mannschaftsraumschiffs die Eintrittskarte zu bemannten Flügen zum Mond sein“ und „Die Entscheidung der Nasa, bei ihrem Forschungsprogramm mit der Esa zusammenzuarbeiten, die ein bedeutendes Element für die Mission beisteuert, ist ein starkes Signal des Vertrauens in die Fähigkeiten der Esa. Für die Esa ist die Zusammenarbeit ein wichtiger Beitrag für die bemannte Erforschung des Weltraums.“

Meiner Ansicht nach ist es ein richtiger Schritt in Richtung eigenes bemanntes Raumfahrzeug aber geht mir nicht weit genug. Man ist wieder abhängig von den Amerikanern, besonders ist keine Kooperation nach der Lieferung der zwei SM sicher. Das europäische Astronauten damit zum Mond oder Mars fliegen könnten, ist zwar schön aber alles andere als sicher. Europa hat zwar fast alle Technologien um ein bemanntes Raumfahrzeug selbstständig zu bauen aber nicht den Mut und Antrieb es zu wagen.
Trotzdem muss man auch sagen, dass es eine solche Kooperation zwischen Europa und einer anderen Raumfahrtnation noch nie gegeben hat und es somit ein Meilenstein darstellt. Europa wird dabei viel lernen und sich auch den Respekt der Amerikaner verdienen. Bei der Pressekonferenz kamen mir manche amerikanischen Journalisten etwas skeptisch vor.
Zusammenfassen ist es also ein wichtiger und auch richtiger Schritt in Richtung eigenem bemannten Raumschiff, andererseits aber auch wieder die Abhängigkeit von internationalen Partnern mit all den Vor- und Nachteilen.
Zum Abschluss ein Video, in welchem die EM-1 Mission vorgestellt wird:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.