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Russland macht Schluss mit der ISS

Russlands Raumfahrtbehörde ließ gestern verkünden, dass 2020 mit der ISS Schluss sei. Es ist ein politischer Beschluss, der wohl auch mit der aktuellen Lage in der Ukraine zusammenhängt. Für die ISS ist die Nachricht sehr beunruhigend.

Erst Anfang dieses Jahr hatte die USA verkündet, die ISS auch nach 2020 betreiben zu wollen. Doch dann kam die Ukraine-Krise, in Folge dessen es den NASA-Mitarbeitern verboten wurde mit Ihren russischen Kollegen zu kommunizieren – mit Ausnahme bei Projekten die mit der ISS zusammenhängen.
Nun hat Russland verkündet, nach 2020 die ISS nicht mehr weiter betreiben zu wollen. Es ist wohl eine Reaktion auf die Ukraine-Krise und die damit verbundenen Sanktionen des Westens. Das Russland auch weiterhin seine Sojus-Rakete zur ISS schickt ist zum Glück der Fall, vielleicht auch für die Raumfahrt überlebenswichtig.
Russland will das Geld für wichtigere Raumfahrtprojekte nutzen, so z.B. der Mond.
Die Folgen auf der ISS sind noch nicht absehbar. Zum einen werden dann wohl die Flüge dorthin nicht mehr stattfinden. Was allerdings bis dahin kein Problem mehr darstellen sollte, da die NASA und SpaceX bemannte Raumfahrzeuge geplant und teils auch gebaut haben. Trotzdem könnte ein Wegfall der russischen Module weitaus tiefgreifendere Auswirkungen haben, da dort viele wichtige Funktionen wie z.B. Lebenserhaltungssysteme, Antrieb und Lagekontrolle, Steuerung, Schlafkojen, Küche usw. sind, daher der Lebensraum. Das Bild oben soll einen Eindruck davon vermitteln.

Es wird hier klar, wie Raumfahrt, insbesondere die bemannte, von der Politik abhängt und was Krisen auslösen können. Das sollte eigentlich ein Signal in Richtung eines eigenständigen Zugangs geben, der jedoch leider wohl so schnell nicht kommen wird.

Bildmontage: Originalbild: NASA

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