Über den Sinn und Unsinn von Werbung

Viele hassen sie, besonders an den spannenden Stellen von Filmen, vor Videos oder wenn sie nervig mitten in das Bild kommt beim Lesen von Artikeln. Sehr schnell kommt man dann dazu den Adblocker o.ä. einzuschalten und schon kann man alles geniesen. Doch so einfach ist das leider nicht. Denn wer die Werbung ausschaltet schaltet auch ein Stück weit das aus, was er gerade sieht.Das scheint sich zunächst einmal vielleicht komisch anzuhören, doch ohne Werbung würde das Internet nicht mehr laufen. Dazu zunächst einmal vielleicht kurz die Funktion von Werbung und das Konzept dahinter erläutern. Letztendlich stehen hinter einer Werbung immer ein Unternehmen das irgendeine Art von Produkt verkaufen möchte, sei es Unterhaltungselektronik, Dienstleistungen, Online-Spiele oder Programme. Natürlich möchte ein Unternehmen Kunden, die ihm dafür Geld zahlen. Daher macht ein Unternehmen Werbung um potenzielle Kunden anzulocken. Soweit nichts neues.
Das Internet setzt genau an dieser Stelle ein. Denn genau wie Zeitungen, Fernsehen und andere Medien bietet das Internet eine tolle Möglichkeit an Werbung zu schalten. Nun gibt es unterschiedliche Modelle. Entweder es wird für den Werbeplatz gezahlt (wie bei der Zeitung) oder aber man zahlt nach den Clicks auf die Werbung. Jedenfalls erhält derjenige, welcher die Werbung schaltet Geld dafür. Das Beisspiel von Google zeigt deutlich, das man ein Firmenimperium finanziert allein durch Werbung auf die Beine stellen kann. Facebook ebenso. Es steht eine Dienstleistung zur Verfügung, welche allein durch die Werbung finanziert wird. Das hat allerdings auch ihren Preis. In den Beisspielfällen sind es Daten, die man selbst preisgibt, welche den Unternehmen helfen besser Werbung zu schalten und so höhreres Einkommen zu generieren und erfolgreicher zu sein.
Doch inzwischen sind es nicht nur Unternehmen, die damit Geld verdienen können. Auch Privatpersonen können durch das Onlinestellen von Videos, Informationen o.ä. und der Schaltung von Werbung Geld verdienen. In einigen, noch eher seltenen Fällen sogar soviel, das es zum Leben reicht.
Inzwischen stellen jedoch auch viele klassische Medien ihre Inhalte, seien es Filme oder Zeitungsartikel online. Es können damit viel mehr Menschen darauf zugreifen, als auf die klassischen Kanäle. Und das alles ist trotzdem kostenlos. Da das Unternehmen trotzdem Server, Homepag usw. zahlen muss wird das Geld über die Werbung wieder eingeholt.

Werbung ist also eine tolle Möglichkeit ein Produkt kostenlos zur Verfügung zu stellen und trotzdem damit Geld zu verdienen oder es zumindest zu finanzieren. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Natürlich gibt es auch „schlechte“ Werbung und damit meine ich nicht schlecht gemachte, nervige Werbespots. Werbung, die auf unseriöse Methoden, Abos oder ähnliches führt oder einfach nur Werbung, die einem ins Gesicht springt ist keine Werbung, mit der man Geld verdienen sollte. Bei solchen Fällen kann ich einen Adblocker nur zu gut verstehen. Für solche Fälle gibt es allerdings Filter. Trotzdem ist dies nur ein geringer Teil.

Nun zum eigentlichen Sinn. Wenn man z.B. gerne Videos einer Sendung online schaut hat sicherlich Interesse daran, das es auch weiterhin neue Videos der Sendung kommen, wer einem Youtuber regelmäßig zusieht möchte ihn auch sicherlich weiterhin sehen. Und wer gerne sich mit verschidenen Zeitungen informiert möchte auch weiterhin einen solchen Service geboten bekommen. Nicht zuletzt stehen einem viele tolle gratis Dienstleistungen, sei es Freemail, Suchmaschienen, usw. zur Verfügung, auf welche man eigentlich nicht verzichten möchte oder sogar kann. Wenn man nun den Adblocker einschaltet (und das kann man analysieren!) werden keine Werbeeinnahmen generiert, das Projekt erhält weniger Geld und muss im schlimmsten Fall sogar eingestellt werden.

Daher sollte man Projekte unterstützen, indem man einfach den Adblocker auslässt und die paar Sekunden Werbung am Anfang von Videos, die paar Banner an einer Artikelseite über sich ergehen lässt um auch in Zukunft in den Genuss der Projekte zu kommen. Es lohnt sich also für sich selber den Abblocker auszuschalten.

Noch kurz ein eigenes Beispiel. Die Banner rechts sind keine Werbebanner damit ich meinen Blog finanziere, das gibt es zumindest noch nicht, sondern Banner, die ich freiwillig kostenlos reingestellt habe um auf zwei Dinge aufmerksam zu machen. Zum einen ein Banner von einer unterstützenswerten Organisation (Die Seenotretter) und die Kampanje zur Europawahl 2014. Doch zu diesem Thema später mehr. Einfach mal draufklicken, wenn es euch interessiert, es fließt damit kein Geld. So kann Werbung auch gehen…

Ein Gedanke zu „Über den Sinn und Unsinn von Werbung“

  1. Sehr schöner Artikel, der das Prinzip im Großen und Ganzen ganz gut erläutert. Auch ich kriege es mittlerweile ganz gut hin die für mein Blog anfallenden Kosten wieder über Werbung reinzuholen und auch wenn das nicht unbedingt nötig wäre (ist ja ein Hobby) finde ich es toll, dass das Prinzip von Werbung auch für Privatpersonen mittlerweile so einfach funktioniert und auch viele kleineren Startups/Apps/etc. ermöglicht.

    Warum ich trotzdem mehr oder weniger guten Gewissens einen Großteil der Werbung blocke? Die Tatsache, dass mithilfe der eingeblendeten Werbung die Werbenetzwerke mich mit jeder Seite die ich besuche besser kennen lernen und so ein relativ klares Bild von mir erhalten bewegt mich dazu sämtliche Trackingcodes sei es von Google-Adsense, Analytics, anderen Werbenetzwerken, Facebook, etc. zu blockieren. Das bringt dann natürlich auch mit sich, dass ich einen Großteil der eingebundenen Werbung nicht zu sehen bekomme. Die bei dir eingebundenen Banner sehe ich übrigens, sie enthalten ja keine Tracking-Pixel. 😉

    Und das schlechte Gewissen? Ich bin der Meinung dass Adblocker nach wie vor noch ein Nerd-Ding sind und nicht so breit gestreut sind, dass es die Publisher ernsthaft in Bedrängnis bringen könnten. Diese Problematik gibt es denke ich nur für Blogs und Websites mit einer technisch versierteren Zielgruppe. Hier hilft dann nur die bewusste Entscheidung den Blocker für solche Seiten auszuschalten. Insgesamt mittelt sich mein Einsatz eines Werbeblockers im Großen und Ganzen also aus. Zumindest bilde ich mir das solange ein, wie ich mit den eigenen Werbeeinnahmen meiner Seite zufrieden bin und mir meine Privatsphäre noch etwas wert ist. 😉

    Liebe Grüße,
    Leon

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.